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Mariä Verkündigung

Betrachtung einer Altartafel aus dem ehemaligen Hochaltar der ersten Günnigfelder Kirche

 

Dem Unbegreiflichen trauen

Unter diesem Leitwort scheint der Künstler unseres Altarbildes die Verkündigungsgeschichte umgesetzt zu haben. Sein Bild kann uns helfen, Gottes Verheißung an Maria und ihre demütige Annahme, die wir von dem Evangelisten Lukas vielleicht allzu routiniert anhören, neu zu betrachten, zu überdenken und für unser Leben fruchtbar zu machen. In einem Meditationstext versetzt sich der Hl. Bernhard in diesen Moment der Entscheidung Mariens.

 

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vater David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig, und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Lk. 1, 26-38

 

 

 

"Du hast gehört, Maria, daß du einen Sohn empfangen und gebären sollst. Der Engel wartet auf Deine Antwort, denn es ist Zeit für ihn zurückzukehren zu Gott, der ihn gesandt hat. Auch wir warten auf das Wort der Erbarmung. Wenn du einwilligst, werden wir sogleich befreit. Darum, o mildreiche Jungfrau, fleht dich unter Tränen Adam an samt seiner Nachkommenschaft, die aus dem Paradies verstoßen wurde; darum flehen Abraham und David. Darauf harrt die ganze Welt, die bittend dir zu Füßen liegt. Antworte also eiligst dem Engel, antworte durch den Engel des Herrn! Was zögerst du, was zitterst du? Wenn auch gefällige Bescheidenheit im Schweigen liegt, so tut doch jetzt die Barmherzigkeit im Reden dringlicher Not. Öffne, seligste Jungfrau, dein Herz dem Glauben, deine Lippen der Einwilligung."

Hl. Bernhard v. Clairvaux

 

 

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